Andrea Körner

Erfolgreiche Behindertensportlerin
Mehrfache Teilnahme und Medaillengewinnerin bei den Special Olympics World Winter Games



Einen kleinen Überblick zu ihrer Person aus einem
Zeitungsartikel von der Thüringer Allgemeine am 18.04.2006:
Ein Strahlen, das von innen kommt

Eiskunstlaufen ist für die Behindertensportlerin Andrea Körner Rehabilitation und vor allem Lebensinhalt

Sie sitzt vor mir. In Begleitung ihrer Eltern. Andrea Körner, die körperlich Fitte, die seit Geburt mit geistigen Einschränkungen leben muss. Höchst aufmerksam, voller Intensität. Plötzlich: Ein Leuchten überstrahlt ihr Gesicht. Es fällt der Begriff „Special Olympics“

von Manfred Höner (TA am 18.04.2006)

Andrea Körner, die Eiskunstläuferin, hat bei eben jenen kürzlich in Erfurt ausgetragenen Olympics für Sportler mit einer geistigen Behinderung gerade einen großen Erfolg errungen. Sie hat Gold im Level drei für ihre Heimatstadt geholt.

  Andreas Eltern unterstützen die Tochter, wo immer es geht. Sie sind immer dabei, wenn Andrea einen Wettkampf absolviert. Sie müssen infolge der Behinderung dabei sein. Man merkt, mit welcher ausgeglichenen Ruhe und Hingabe sie dies tun. Sie wissen, wie wichtig der Sport und die Freude, die ihre Tochter daran empfindet, für deren Rehabilitation ist. Mutter Erika erzählt: „Andrea hat sich über das Eiskunstlaufen extrem rehabilitiert und sich einen Lebensinhalt geschaffen.“ Andrea nickt intensiv und zeigt mit dem ganzen Körper, wie recht die Mutter hat.

  Vater Hilmar informiert betont sachlich über die Schwierigkeiten des Kür-Wettkampfes mit seinen zu absolvierenden 20 verschiedenen Figuren und den Sprüngen. Man merkt ihm dennoch den Stolz an, als er davon spricht, wie exakt die Tochter die Übungen in der Pflicht und später in der Kür aufs Eis gebracht hat. Vor allem wie punktgenau Andrea nach der Musik von „Schwanensee“ gelaufen ist, hat die Eltern und rund 100 Zuschauer begeistert. „Das ist die besondere Schwierigkeit, die Figuren im Gedächtnis zu behalten und genau nach der Musik zu laufen. Das ist Andrea toll gelungen,“ freut sich Vater Hilmar. Denn das ist bei der Behinderung die eigentlich Herausforderung: Das Vermögen, sich die Abläufe zu merken und sie zu koordinieren. Andrea Körner, seit 1998 beim ESC „SC Lebenshilfe“ aktiv, erreicht mit einer 3,7 Benotung der Preisrichter im Schnitt sogar ein besseres Ergebnis als die Läufer in der höherrangigen Leistungsstufe „Level vier“. Nicht genug damit. Sie läuft zusammen mit dem Essener Mike Roth im Paarlauf auf Rang zwei. Und das infolge der Entfernung zwischen Essen und Erfurt mit nur wenigen Trainingsstunden. Ein Zeichen, welches Einfühlungs- und sportliches Vermögen sich Andrea Körner über die Jahre erarbeitet hat.

   Erarbeitet im wahrsten Sinne des Wortes. Denn Talent allein – das besitzt Andrea reichlich – reicht nicht aus. So trainiert sie unter Leitung ihrer Sömmerdaer Trainerin Astrid Hentrich sehr bewusst. Erst recht im Sommer. Denn da werden bekanntlich die Meister gemacht. Gymnastik, Inline-Skating, Fahrradfahren, Ballet und Kraftübungen sind das Trainingsallerlei, dem sich Andrea Körner mit einer Menge Spaß widmet.

  Die wichtigste Aufgabe verlieren die Eltern dabei nie aus dem Auge: die Lebensqualität ihrer Tochter, der Behindertensportlerin Andrea Körner, über das Eiskunstlaufen durch Verbesserung der Motorik, des Gleichgewichtssystems und vor allem der „Kopfleistungen“ Stück für Stück zu erhöhen. Dafür ist ihnen kein Weg zu weit. Auch in diesem Jahr geht es im Juli wieder eine Woche zu einer eigenfinanzierten Trainingswoche nach Wien. Da ist die Eishalle ganzjährig geöffnet. Und Andreas Strahlen kommt von innen: „Da treffe ich meine alten Freunde wieder.“