Andrea
Körner, die Eiskunstläuferin, hat bei eben jenen
kürzlich in Erfurt ausgetragenen Olympics für
Sportler mit
einer geistigen Behinderung gerade einen großen Erfolg
errungen.
Sie hat Gold im Level drei für ihre Heimatstadt geholt.
Andreas Eltern unterstützen die Tochter, wo immer es geht. Sie
sind immer dabei, wenn Andrea einen Wettkampf absolviert. Sie
müssen infolge der Behinderung dabei sein. Man merkt, mit
welcher
ausgeglichenen Ruhe und Hingabe sie dies tun. Sie wissen, wie wichtig
der Sport und die Freude, die ihre Tochter daran empfindet,
für
deren Rehabilitation ist. Mutter Erika erzählt:
„Andrea hat
sich über das Eiskunstlaufen extrem rehabilitiert und sich
einen
Lebensinhalt geschaffen.“ Andrea nickt intensiv und zeigt mit
dem
ganzen Körper, wie recht die Mutter hat.
Vater
Hilmar informiert betont sachlich über die Schwierigkeiten des
Kür-Wettkampfes mit seinen zu absolvierenden 20 verschiedenen
Figuren und den Sprüngen. Man merkt ihm dennoch den Stolz an,
als
er davon spricht, wie exakt die Tochter die Übungen in der
Pflicht
und später in der Kür aufs Eis gebracht hat. Vor
allem wie
punktgenau Andrea nach der Musik von „Schwanensee“
gelaufen
ist, hat die Eltern und rund 100 Zuschauer begeistert. „Das
ist
die besondere Schwierigkeit, die Figuren im Gedächtnis zu
behalten
und genau nach der Musik zu laufen. Das ist Andrea toll
gelungen,“ freut sich Vater Hilmar. Denn das ist bei der
Behinderung die eigentlich Herausforderung: Das Vermögen, sich
die
Abläufe zu merken und sie zu koordinieren. Andrea
Körner,
seit 1998 beim ESC „SC Lebenshilfe“ aktiv, erreicht
mit
einer 3,7 Benotung der Preisrichter im Schnitt sogar ein besseres
Ergebnis als die Läufer in der höherrangigen
Leistungsstufe
„Level vier“. Nicht genug damit. Sie läuft
zusammen
mit dem Essener Mike Roth im Paarlauf auf Rang zwei. Und das infolge
der Entfernung zwischen Essen und Erfurt mit nur wenigen
Trainingsstunden. Ein Zeichen, welches Einfühlungs- und
sportliches Vermögen sich Andrea Körner über
die Jahre
erarbeitet hat.
Erarbeitet im
wahrsten Sinne des
Wortes. Denn Talent allein – das besitzt Andrea reichlich
–
reicht nicht aus. So trainiert sie unter Leitung ihrer
Sömmerdaer
Trainerin Astrid Hentrich sehr bewusst. Erst recht im Sommer. Denn da
werden bekanntlich die Meister gemacht. Gymnastik, Inline-Skating,
Fahrradfahren, Ballet und Kraftübungen sind das
Trainingsallerlei,
dem sich Andrea Körner mit einer Menge Spaß widmet.
Die wichtigste Aufgabe verlieren die Eltern dabei nie aus dem Auge: die
Lebensqualität ihrer Tochter, der Behindertensportlerin Andrea
Körner, über das Eiskunstlaufen durch Verbesserung
der
Motorik, des Gleichgewichtssystems und vor allem der
„Kopfleistungen“ Stück für
Stück zu
erhöhen. Dafür ist ihnen kein Weg zu weit. Auch in
diesem
Jahr geht es im Juli wieder eine Woche zu einer eigenfinanzierten
Trainingswoche nach Wien. Da ist die Eishalle ganzjährig
geöffnet. Und Andreas Strahlen kommt von innen: „Da
treffe
ich meine alten Freunde wieder.“ |